Arbeiterwohlfahrt - Träger der KiTa

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) ist der Träger der Einrichtung "AWO Kinderhaus und Familienzentrum Farbkleckse, Fuchsweg 6, 50389 Wesseling." Aus diesem Grund gibt es an dieser Stelle einen Abriss zur Geschichte der AWO als Träger.

Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Rhein- Erft e. V.

Am 3. Oktober 1946 traf sich eine kleine Gruppe von Mitgliedern, um ein erstes Gespräch über die Neu-Gründung der Arbeitwohlfahrt im damaligen Kreis Bergheim zu führen. Bereits im November 1946 beauftragten die schon bestehenden Ortsausschüsse Peter Linz mit der Leitung der Geschäfte für den Kreisausschuss.

Den ersten Vorsitz übernahm Peter Linz 1952 und den zweiten Vorsitz Johann Zander, welcher im September 1953 zum ersten Vorsitzenden gewählt wurde. Die Arbeit des Kreisverbandes der AWO im Erftkreis konnte beginnen, wobei erst am 2. Januar 1962 der Gründung des Kreisverbandes Bergheim zugestimmt wurde1.

Heute arbeitet die AWO mit fast 800 hauptamtlichen und 7150 ehrenamtlichen Mitglieder im ganzen Erftkreis. Und am 27. Juni 2009 fusionierte der Kreisverband Rhein-Erft e. V. mit dem Kreisverband Euskirchen e. V. zu einem der größten Regionalverbände der AWO  zum Regionalverband Rhein-Erft & Euskirchen e. V..2


1 vgl. 50 Jahre AWO Kreisverband Erftkreis e. V., Hrsg., 1996

2 vgl. Tätigkeitsbericht 1996 - 1999, AWO Kreisverband Erftkreis e. V, 2000

Neuanfang der Arbeiterwohlfahrt 1946

Nach dem Krieg begann die Neuorganisation; die Gründung von Vereinen wurde von den Alliierten 1946 unter besonderen Auflagen wieder zugelassen. Bereits 1984 arbeitete die AWO wieder mit bundesweit rd. 3750 Ortsvereinen und Stützpunkten, 365 Kreisverbänden und 26 Bezirks- und Landesverbänden. Allein Ende 1984 unterhielt die AWO bundesweit 4000 ambulante Dienste, teilstationäre und stationäre Einrichtungen in denen annähernd 32.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hauptamtlich beschäftigt waren; unterstützt von mehr als 500.000 ehrenamtlichen Mitgliedern1.

Heute arbeiten in über 12.000 sozialen Einrichtungen rd. 140.000 hauptamtlich beschäftigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Damit ist die AWO ein wichtiger Faktor des bundesweiten sozialen Systems2.


1 vgl. Arbeiterwohlfahrt - Verband für soziale Arbeit, Heinz Niedrig u. a., Wirtschaftsverband GmbH, Wiesbaden, 1985

2 vgl. Die freie Wohlfahrtspflege - Profil und Leistungen, Lambertus Verlag, Freiburg, 2002

Gründung der Arbeiterwohlfahrt 1919

Die Massennotstände der Nachkriegszeit bewegten Maria Juchacz dazu 1919 den "Hauptausschuss für Arbeiterwohlfahrt" zu gründen. Bereits im März 1920 wurden die vorläufigen Richtlinien veröffentlicht. Sie wurden eingeleitet mit der Zweckbestimmung:

"Der Hauptausschuss für Arbeiterwohlfahrt bezweckt die Mitwirkung der Arbeiterschaft bei der Wohlfahrtspflege, um hierbei die soziale Auffassung der Arbeiterschaft durchzusetzen. Insbesondere will er die gesetzlichen Regelungen der Wohlfahrtspflege und ihre sachgemäße Durchführung fördern"

Nach der Machtübernahme Hitlers im Jahre 1933 wurden alle demokratischen Parteien und Organisationen verboten oder "gleichgeschaltet". Die AWO sollte Teil der Deutschen Arbeitsfront und ein "nützliches Glied der nationalen Front des Arbeitertums" werden. Die Mitglieder verweigerten die Mitarbeit in dieser Arbeitsfront und damit hörte die AWO ab Sommer 1933 auf, als Organisation zu existieren.

Vorläufer der Arbeiterwohlfahrt 1848

Als frühen Vorläufer der AWO kann man Deutschlands erste allgemeine Arbeiterorganisation, die "Arbeiterverbrüderung" bezeichnen, die der  demokratischen Revolution von 1848 in Berlin entsprang. Sie forderte neben politischen Forderungen den Grundsatz der "Selbsthilfe" der Arbeiterschaft, wie beispielsweise eigene Arbeitsstellenvermittlung, aus Arbeiterbeiträgen gespeiste Darlehenskassen für Arbeiter und Fortbildung der Arbeiter.

Im August 1848 kamen 40 Vertreter der "Arbeiterverbrüderung" aus vielen Städten zu einem "Arbeiterparlament" zusammen um eine "Soziale Volks-Charta" auszuarbeiten. Bedrängt und verfolgt von der konservativen Gegenbewegung wurde schließlich der Verein 1854 verboten. Daraufhin wurden lokal soziale Hilfen für die durch das "Sozialistengesetz" verfolgten und notleidenden Sozialdemokraten und Gewerkschaftler geschaffen und dadurch ein weiterer Vorläufer der Arbeiterwohlfahrt. Auch aus Aktionen der Selbsthilfe der Arbeiterschaft entstanden erste Konsumgesellschaften. Bereits um 1900 hatten die Arbeitergruppen - und hier verstärkt die Sozialdemokraten - sich mit den einzelnen Arbeitsgebieten der jetzigen freien Wohlfahrtspflege theoretisch und praktisch auseinandergesetzt.

Sozialdemokraten forderten bereits damals ein Recht auf Hilfe bei Bedürftigkeit und die Durchführung aller wohlfahrtspflegerischen Aufgaben durch die Gemeinden. Das vorherrschende ungeregelte prüfungslose Gewähren von Unterstützungen durch private oder freie "Dienste am Nächsten" wurden abgelehnt. Nicht Wohltaten sondern soziale Rechte wurden gefordert; war doch der Bezug der Armenunterstützung gleichzeitig mit dem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte (wie beispielsweise das Wahlrecht) verbunden. Zwar bestimmte das Reichsrahmengesetz von 1909 dass die Einwirkung von Armenunterstützung auf öffentliche Rechte keinen Einfluss mehr haben sollte; doch wird noch 1917 berichtet, dass es in Preußen noch immer kein entsprechendes Landesgesetz gebe und man bei Erhalt von Armenfürsorge aus der Wählerliste gestrichen werde. Dadurch verzichteten viele Arbeiter in dieser Zeit im Falle von Arbeitslosigkeit und Bedürftigkeit auf Unterstützung oder konsultierten den so genannten "Armenarzt" nicht, weil sie um den Verlust ihrer Rechte bangten.

Um die Jahrhundertwende wurde der Arbeiterschutz; insbesondere der von Kindern und Jugendlichen, intensiver erörtert. Sozialreformer und Gewerkschaftler bemühten sich um ein neues Kinderarbeitsschutzgesetz, das 1903 verabschiedet wurde. 1911 entstanden an über 130 Orten Kinderschutzkommissionen, die der Ursache von Kindererwerbsarbeit auf den Grund gingen und versuchten soziale Nöte zu lindern. Während der ersten Weltkrieges verstärkte sich die Mitarbeit in der Kriegswohlfahrtspflege; die Betreuung und Unterstützung der Familien, deren Männer (und damit Haupternährer) zum Kriegsdienst einberufen wurden, war eine Hauptaufgabe. Nach Kriegsende wurden die Kriegsfürsorgeämter aufgelöst und damit die Tätigkeit in den einzelnen Kommissionen beendet.